Durchschnittlicher co2 ausstoß elektroauto
Immer wieder tauchen aber so genannte Grenzkosten-Kalkulationen auf, die davon ausgehen, dass der Stromverbrauch der wachsenden E-Auto-Flotte den Strombedarf erhöhen wird, was zu höheren Emissionen führen soll, weil die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen nicht schnell genug mitwachsen würden und der Anteil von Strom aus vergleichsweise schnell zuschaltbaren Gas- oder Kohlekraftwerken mit entsprechend hohen CO2-Emissionen wachse. Zuletzt versuchten Prof. Thomas Koch und Prof. Thomas Böhlke, beide vom Karlsruher Institut für Technologie KITdies mittels Leibnizscher Integralrechnung nachzuweisen. Obwohl die mathematischen Grundlagen aus dem Jahrhundert stammen, erhielten sie für die Rechnung " The Averaging Bias - A Standard Miscalculation, Which Extensively Underestimates Real CO2 Emissions " eine Zusage für eine Veröffentlichung im ZAMM, dem Journal of Applied Mathematics and Mechanics. Unser Podcast-Gast, Martin Doppelbauer, der ebenfalls am KIT die Professur für Hybride Elektrische Fahrzeuge hält, erklärt hier in einer Stellungnahme, warum seine Kollegen falsch liegen. Martin Doppelbauer Prof. Martin Doppelbauer lehrt am KIT. Volle Kraft zurück? Vorab zur Klarstellung ein paar Worte zum Emissionsfaktor. Der Emissionsfaktor der Stromproduktion, angegeben in Gramm CO2 pro kWh verbrauchter elektrischer Energie, wird nachträglich für das jeweils abgelaufene Jahr berechnet, indem man die Emissionen aller Stromerzeuger dem gesamten Stromverbrauch aller industriellen und privaten Endkunden gegenüberstellt. Er berücksichtigt die Netzverluste, den Eigenverbrauch der Kraftwerke und alle sonstigen Effekte, die zu Emissionen in der Produktion und zum Verbrauch elektrischer Energie führen. Der Emissionsfaktor gilt im Mittel für alle Endstromverbräuche des jeweiligen Jahres im entsprechenden Netz und daher natürlich auch für die dort ladenden Elektroautos. Verdoppelung der CO2-Emissionen durch E-Autos? Kurz zusammengefasst sagt der Aufsatz von Prof. Koch, Anm. Dagegen ist nichts durchschnittlicher co2 ausstoß elektroauto. Das ist lange bekannt und schon vielfach untersucht und veröffentlicht worden. Es hat allerdings keine praktische Relevanz für die Berechnung des durchschnittlichen Emissionsfaktors, denn diese Schwankungen sind darin berücksichtigt. Zu kritisieren ist, wenn einer der Autoren daraus die steile Behauptung ableitet und in der Öffentlichkeit verbreitet, dass der Emissionsfaktor von Elektroautos in Wirklichkeit verdoppelt werden müsse und Elektroautos daher viel dreckiger seien als bisher angenommen. Folgen wir der Argumentation des Autors, dann müsste die Verdoppelung des Emissionsfaktors natürlich für alle neu ans Stromnetz angeschlossenen Verbraucher gelten, sofern es nicht-elektrische Ausweichtechnologien gibt, denn sie verursachen ja ebenfalls einen vermeidbaren Mehrverbrauch. Warum sollte das nur für neu angeschaffte Elektroautos gelten? Neue Elektroöfen und -herde kann man durch Gasöfen und -Herde ersetzen, Wärmepumpen durch Ölheizungen, Lampen durch Kerzen und statt fernzusehen kann man sich mit dem Handy informieren, das spart Strom. Ähnlicher Ersatz lässt sich für viele neu gekaufte elektrische Geräte finden.