Rossmann 10 prozent dm
Seite 1Duell der Drogeriesen Seite 2Rossmann wehrt sich, aber hat den Schaden Der Fall ist ein PR-Desaster für Rossmann, dabei fühlt sich das Unternehmen als Opfer unfairer dm-Methoden. Dass man mit der Strategie halbverdeckter Einkaufstouren bei der Konkurrenz die Wettbewerber schädigen könnte, sieht dm nicht. Man gehe davon aus, dass Rossmann, Müller und andere nicht zu niedrigeren Preisen verkaufen, als Kosten entstehen, sagt Christoph Werner. Sprich, Rossmann rechnet damit, dass "der Werbekunde auch Normalware kauft. Das tut der Aufkäufer aber nicht. Eigentlich gibt dm seinen Mitarbeitern in seinen "Empfehlungen" zum Konkurrenzeinkauf extra mit auf den Weg, "den Geschäftsbetrieb nicht zu stören". Es gehöre auch nicht zum unternehmerischen Selbstverständnis, "gegen Wettbewerber mit Gerichten oder Verbraucherschützern vorzugehen". Diskriminieren ist nicht per se verboten Tatsächlich sei der Umgang mit unlauterem Rossmann 10 prozent dm seit den er Jahren lockerer geworden, sagt Karl-Nikolaus Peifer, Professor für Wettbewerbsrecht an der Universität Köln. Heute gehe man davon aus, dass mehr Wettbewerb dem Verbraucher nütze. Was Rossmann im Fall von dm-Fremdeinkäufern also bleibt, ist, sein Hausrecht anzuwenden und diese speziellen Kunden gar nicht oder sehr speziell zu bedienen. Händler dürfen frei entscheiden, mit wem sie Geschäfte machen wollen", sagt Peifer. Man kenne das aus der Clubszene. Das ist diskriminierend, aber nicht verboten. Es sei demnach nicht schwer festzustellen, wenn die dm-Kollegen plötzlich mehrmals am Tag erscheinen und immer die gleichen Produkte einkaufen würden. Auch der Streit um die Bio-Kette Alnatura, die früher bei dm verkaufen durfte, zeugt vom Kampf um die Vormachtstellung. Dm verkauft inzwischen seine eigene Bio-Linie und listete Alnatura aus. Alnatura verkauft seinerseits nun bei Rossmann und Müller. Dagegen prozessierte dm, berief sich auf einen Kooperationsvertrag vonverlor jedoch im Dezember vor dem Landgericht Darmstadt. Wer aus diesem hart geführten Wettbewerb erfolgreicher hervorgeht, entscheiden zumindest im Fall der dm-Fremdeinkäufer aber nun nicht Gerichte, sondern die Kunden: Ist es verwerflicher, als Konkurrent die Regale des Wettbewerbers leerzukaufen und so auf Umwegen an günstigere Einkaufspreise zu kommen — und nebenbei noch enttäuschte Schnäppchenkunden zu generieren? Im Fall der dm-Mitarbeiterin aus Nordrhein-Westfalen jedenfalls scheint Rossmann einen empfindlichen Imageschaden davongetragen haben. Zu umfassend war die mediale Berichterstattung und die Empörung vieler Kunden über die angebliche Diskriminierung. Da Rossmann und dm nicht im Arbeitgeberverband organisiert seien, fehlten allerdings konkrete Einblicke in die Bezahlstrukturen. Die aktuellen Phänomene des Einzelhandels gälten aber auch hier: "Kosten drücken, wo es nur geht und zu wenige Mitarbeiter, um die anfallende Arbeit stemmen zu können. So habe sie von einer Kollegin den Auftrag erhalten, entsprechende Aktions-Artikel bei Rossmann einzukaufen. Der dm-Mitarbeiterin scheint es zu viel geworden zu sein. Ihre Facebook-Beschwerde ist nicht mehr zu finden. Der Fall ist ein PR-Desaster für Rossmann, dabei fühlt sich das Unternehmen als Opfer unfairer dm-Methoden.