Kann der arbeitnehmer in der probezeit fristlos kündigen

Die Probezeit steht zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses und bietet Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Möglichkeit sich zunächst besser kennenzulernen. So kann sich der Arbeitgeber genauer von den Qualifikationen und dem Engagement seines neuen Mitarbeiters überzeugen, wohingegen der Arbeitnehmer herausfinden kann, ob die neue Arbeitsstelle seinen Vorstellungen entspricht und er mit dem generellen Arbeitsklima zufrieden ist. Wie lange kann der arbeitnehmer in der probezeit fristlos kündigen eine Probezeit anhalten? Maximal sechs Monate darf eine Probezeit betragen und mit ihrem Ablauf gilt ein Arbeitsverhältnis in der Regel als unbefristet, sofern nicht vorher eine befristete Anstellung festgelegt wurde. Der Arbeitgeber hat nicht die Möglichkeit eine Probezeit zu verlängern. Möchte man während der Probezeit ordentlich kündigen, so gibt es eine Ablauffrist von zwei Wochen. Was sind die Voraussetzungen für eine fristlose Kündigung in der Probezeit? Das Kündigungsschutzgesetz greift zwar nicht während der Probezeit, es gibt aber trotzdem einige gesetzliche Vorschriften, die der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer einhalten müssen, damit die fristlose Kündigung während der Probezeit rechtskonform ist. Die Abmahnung Bevor eine fristlose Kündigung wirksam ausgesprochen werden kann, ist normalerweise eine zuvor erteilte Abmahnung nötig. Jeder Einzelfall sollte jedoch genau geprüft werden. Im Falle einer beharrlichen Arbeitsverweigerung kann es beispielsweise vorkommen, dass der Arbeitgeber ohne jeglichen Erfolg versucht eine Abmahnung auszuhändigen, weswegen eine fristlose Kündigung gerechtfertigt wäre. Lässt sich der Arbeitgeber oder Arbeitnehmer mehr Zeit als zwei Wochen, so gilt die Kündigung als nicht rechtswirksam. Was sind die Gründe für eine fristlose Kündigung in der Probezeit? Eine rechtswirksame Kündigung im ersten halben Jahr des Arbeitsverhältnisses durchzusetzen ist in der Regel einfacher als nach der Probezeit, allerdings gibt es auch hier gesetzliche Regelungen, an die sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer halten müssen. Unabhängig vom Kündigungsschutzgesetz KSchGwelches erst nach einem Arbeitsverhältnis von sechs Monaten greift, ist im deutschen Arbeitsrecht festgelegt, dass eine fristlose Kündigung immer aus einem triftigen Grund erfolgen muss. Beispiele für diese besonderen Umstände, sind unter anderem: Eine schlimme Krankheit Der Tod eines nahestehenden Menschen Sexueller Missbrauch oder Mobbing am Arbeitsplatz Die akute Diskriminierung des Arbeitnehmers, beispielsweise aufgrund seiner politischen oder sexuellen Orientierung Was sind die Folgen einer fristlosen Kündigung in der Probezeit? Wird dem Arbeitnehmer fristlos gekündigt, so muss dieser noch am selben Tag seinen Arbeitsplatz räumen. Zudem droht dem Arbeitnehmer eine Sperrfrist für das Arbeitslosengeldda er sich möglicherweise vertragswidrig verhalten hat. Die Agentur für Arbeit wird argumentieren, dass der fristlos Entlassene grob fahrlässig und sogar vorsätzlich die Arbeitslosigkeit veranlasst hat. Kann man sich als Arbeitnehmer gegen eine fristlose Kündigung in der Probezeit wehren? Wenn man als Arbeitnehmer seine fristlose Kündigung schriftlich erhalten hat sollte man auf jeden Fall einen Anwalt für Arbeitsrecht konsultieren. Der Gang zum Anwalt und die Erhebung einer Kündigungsschutzklage auch in der Probezeit ist daher dringend anzuraten. Was passiert bei einer Kündigungsschutzklage? Tut man dies nicht wird die Entlassung rechtskräftig. Wird die Klage vom Arbeitsgericht erfolgreich als nicht rechtswirksam empfunden, so wird das Arbeitsverhältnis fortgeführt. Im Falle einer erfolgreichen Klage wird der Arbeitgeber darüber hinaus verpflichtet werden das Gehalt für den zurückliegenden Zeitraum auszuzahlen. Nach einer fristgerechten Einreichung der Kündigungsschutzklage durch den Anwalt, findet circa zwei bis sechs Wochen später die sogenannte Güterverhandlung statt.